Motto “dropping shoulder, sinking ellbow”

Si-Hing Ibrahim (links) und Si-Hing Andreas demonstrieren an Hand einer Fauststoß-Abwehr die Umsetzung des Mottos “dropping shoulder, sinking ellbow”

Si-Hing Andreas leitet mit seinem Fook-Sao einen Fauststoß zur Brust ein. Der Tan-Sao von Si-Hing Ibrahim verformt sich, um die Angriffsenergie aufzunehmen und umzuleiten: Die Hand wird durch den Fauststoß leicht nach oben geführt,

der Winkel zwischen Ober- und Unterarm wird also spitzer, gleichzeitig werden Ellbogen und Schulter abgesenkt. Während das Handgelenk den Angriff leicht nach außen ablenkt, bewegt sich der Ellbogen in Richtung Zentrallinie.

Durch das “ Fallenlassen der Schulter und das gleichzeitige Absenken des Ellbogens” saugt der Tan-Sao von Si-Hing Ibrahim den Angriff förmlich auf – der Fauststoß fällt in

ein Loch. Die hierdurch entstehende Lücke nützt Ibrahim für seinen Konter, einen auf der Zentrallinie ausgeführten Handflächenstoß, der durch seine keilförmige Ausrichtung den Arm von Si-Hing Andreas zur Seite drängt.

Wo bleibt die Wendung?

Eine Wendung ist grundsätzlich bei der Tan-Sao-Abwehr nicht falsch. Nur: Macht man zuvor alles richtig ist die Wendung in der Regel nicht mehr nötig!

Es gilt unbedingt zu beachten, dass der Tan-Sao, nach dem er die Energie des gegnerischen Angriffs in der vorher beschriebenen Art absorbiert hat, kontern muss. Nur wenn dieser Konter zu lange auf sich warten lässt, hat der Angreifer die Möglichkeit erneut Druck aufzubauen – wodurch theoretisch eine Wendung entstehen kann.

Der Tan-Sao ist nur Mittel zum Zweck – keine Abwehr im eigentlichen Sinne, sondern ein verhinderter Angriff. Sobald dieser Angriff nicht mehr verhindert ist, muss er ausgeführt werden – idealer Weise automatisch.