Die vier KraftprinzipienDas erste Prinzip: Befreie Dich von Deiner eigenen Kraft! Der Wing Tsung®-Schüler lernt schon in der ersten Form (Siu Nim Tao), seine gesamte Muskulatur zu entspannen und locker zu bleiben. Dabei ist mit „locker“ oder „weich“ nicht gemeint, dass der Schüler bei der kleinsten Berührung aus dem Stand gestoßen werden kann, sondern er lernt, seine Muskeln bewusst und gezielt einzusetzen. Nur der Teil der Muskulatur, der gerade benötigt wird, ist aktiv und angespannt. So sollte z.B. beim Fauststoß nur der Trizeps arbeiten. Der Gegenspielermuskel, also der Bizeps, muss entspannt und locker sein. Das zweite Prinzip: Befreie Dich von der Kraft des Gegners! Im Wing Tsung® bietet man dem Gegner keinen Ansatzpunkt, seine Kraft gegen einen anzuwenden. Aus diesem Grund ist es auch nicht möglich, einen Wing Tsung®-Kämpfer zu hebeln. Man begegnet der Kraft des Gegners nie mit der eigenen Kraft, sondern weicht aus und gibt nach. Im Wing Tsung® gibt es daher auch keine Blocktechniken, mit denen man versucht, den Angriff des Gegners mit einer Gegenkraft abzustoppen. Das dritte Prinzip: Nutze die Kraft des Gegners und richte sie gegen ihn! Der Wing Tsung®-Kämpfer macht sich die Kraft des Gegners zu nutze, borgt sie, lenkt sie um und richtet sie gegen den Angreifer selbst. Dadurch wird die Kraft des eigenen Angriffs verstärkt. Durch geschicktes Wenden, Zurückweichen und Vorgehen wird die Kraft des Gegners genutzt und kontrolliert. Das vierte Prinzip: Füge zur gegnerischen Kraft Deine eigene Kraft hinzu! Erst durch die Beachtung des vierten Kraftprinzips lernt der Wing Tsung®-Schüler, die eigene Kraft gezielt gegen den Gegner einzusetzen. Dies geschieht z.B. durch refl exartiges Vorschnellen des eigenen, durch die Kraft des Gegners gespannten Armes (Bong Sao), das durch eine Wendung oder einen Vorwärtsschritt verstärkt werden kann. |
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